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Reicht es aus, den Tank der Feldspritze zu entleeren, um sie vor Frost zu schützen?

Im Herbst können die Temperaturen schnell unter den Gefrierpunkt fallen. Deshalb ist es wichtig, Feldspritzen und Gebläsesprühgeräte nach Saisonende rechtzeitig auf die Winterlagerung vorzubereiten. Verbleibt Wasser im System, können bereits die ersten Minusgrade Schäden verursachen, die häufig erst im Frühjahr bemerkt werden. Erfahren Sie im Folgenden, wie Sie Ihre Maschine richtig auf den Winter vorbereiten, damit sie zu Beginn der nächsten Saison sofort einsatzbereit ist.

Reicht es aus, den Tank der Feldspritze zu entleeren, um sie vor Frost zu schützen?

Einer der häufigsten Fehler bei der Wintervorbereitung ist die Annahme, dass es ausreicht, das Ablassventil am Boden des Haupttanks zu öffnen. Dadurch wird lediglich der Haupttank entleert, während Wasser in den Kammern der Kolben-Membranpumpe, in Filtern, Ventilen und Leitungen zurückbleiben kann.

Bei Gebläsesprühgeräten kann sich Wasser außerdem in den unteren Bereichen der Düsenbögen und in den Gehäusen der Tropfstopp-Membranen ansammeln.

Wenn Wasser gefriert, vergrößert sich sein Volumen um etwa 9 %. Das entstehende Eis kann Pumpengehäuse, Ventile, Filter und weitere Systemkomponenten beschädigen. Solche Schäden werden häufig erst bei der ersten Inbetriebnahme im Frühjahr sichtbar, wenn die Maschine einsatzbereit sein sollte. 

1. Das System gründlich spülen und die Maschine von außen reinigen

Sorgen Sie nach Abschluss der Spritzarbeiten dafür, dass Reste der Spritzbrühe gemäß den Anweisungen des Pflanzenschutzmittelherstellers und den geltenden Vorschriften ordnungsgemäß entsorgt werden.

Spülen Sie anschließend den Tank und das gesamte Spritzsystem gründlich durch. Falls die Maschine mit rotierenden Düsen zur Tankinnenreinigung ausgestattet ist, verwenden Sie diese. Leiten Sie sauberes Wasser durch die entsprechenden Ventile, Leitungen und Düsen, um mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen.

Reinigen Sie auch die Außenseite der Maschine. Auf sauberen Oberflächen lassen sich Beschädigungen, verschlissene Bauteile und mögliche Korrosionsstellen leichter erkennen.

2. Das gesamte Spritzsystem vor Frost schützen

Das Entleeren des Haupttanks allein gewährleistet keinen vollständigen Frostschutz des Systems.

Verwenden Sie eine geeignete Frostschutzflüssigkeit, die für den Einsatz in Spritzsystemen vorgesehen und mit den Werkstoffen der Pumpe, Membranen und Dichtungen verträglich ist.

Starten Sie die Pumpe bei niedriger Drehzahl und öffnen Sie nacheinander jede Teilbreite, bis die Frostschutzflüssigkeit aus jeder Düse austritt. So gelangt die Schutzflüssigkeit auch in die Pumpe, den Druckregler und die Leitungen und hilft, Frostschäden zu vermeiden. Im Frühjahr kann die verbleibende Flüssigkeit in einem geeigneten Behälter aufgefangen und für den nächsten Winter aufbewahrt werden, sofern die Herstellerangaben des verwendeten Produkts dies zulassen.

3. Düsen, Siebe und Filter reinigen

Entfernen Sie die Düseneinsätze und Siebe und reinigen Sie diese vorsichtig mit Wasser und einer weichen Bürste.

Verwenden Sie zur Reinigung der Düsenöffnungen niemals Draht, Nadeln oder andere scharfe Metallgegenstände. Diese können die präzise kalibrierten Düsenöffnungen beschädigen, was zu einer ungleichmäßigen Spritzmittelverteilung und falschen Ausbringmengen führen kann.

Überprüfen Sie außerdem die Saug- und Druckfilter und entfernen Sie vorhandene Verschmutzungen.

4. Pumpe, Gebläsegetriebe und Gelenkwelle überprüfen

Kontrollieren Sie den Zustand und den Ölstand der Pumpe und führen Sie bei Bedarf Wartungsarbeiten gemäß den Herstellerangaben und den geleisteten Betriebsstunden durch.

Achten Sie besonders auf die Membranen und Dichtungen. Wenn Sie Verschleiß oder Beschädigungen feststellen, sollten diese rechtzeitig ausgetauscht werden.

Überprüfen Sie bei Gebläsesprühgeräten auch das Öl im Gebläsegetriebe. Milchiges oder trübes Öl kann auf eingedrungenes Wasser hinweisen und erfordert eine Überprüfung sowie entsprechende Wartungsmaßnahmen.

Reinigen und schmieren Sie die vorgesehenen Schmierstellen der Gelenkwelle und überprüfen Sie den Zustand ihrer Schutzvorrichtungen. Beschädigte Lackstellen am Maschinenrahmen sollten rechtzeitig ausgebessert werden, um Korrosion vorzubeugen.

5. Manometer und elektronische Komponenten schützen

Schrauben Sie das Manometer vom Druckregler ab und lagern Sie es aufrecht an einem warmen Ort. So verhindern Sie das Austreten von Glyzerin und schützen den Messmechanismus vor Schäden durch möglicherweise verbliebenes und gefrierendes Wasser.

Trennen Sie auch die AG-TRONIK-Steuereinheit oder das Tablet in der Traktorkabine von den Anschlüssen und bewahren Sie diese an einem trockenen Ort auf, um einer Oxidation der Kontakte vorzubeugen.

Lagern Sie die Maschine während des Winters nach Möglichkeit an einem trockenen, überdachten Ort.

Rechtzeitige Vorbereitung vermeidet unnötige Kosten

Durch die richtige Vorbereitung Ihrer Feldspritze oder Ihres Gebläsesprühgeräts auf die Winterlagerung können Sie zahlreiche Schäden vermeiden und sicherstellen, dass Ihre Maschine im Frühjahr für die neue Saison bereitsteht.

Wenn Sie bei der Überprüfung verschlissene Schläuche, Membranen, Dichtungen oder andere beschädigte Bauteile feststellen, empfiehlt es sich, diese noch vor Beginn der nächsten Saison auszutauschen.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Wintervorbereitung Ihrer Maschine?

Wenden Sie sich an den Kundendienst von Agromehanika. Unsere Servicetechniker unterstützen Sie gerne bei der Überprüfung, Wartung und fachgerechten Vorbereitung Ihrer Feldspritze oder Ihres Gebläsesprühgeräts auf die Winterlagerung.

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